| So., 24.06.2007 DREILÄNDERGIRO 2007 NAUDERS-NAUDERS | |||||||||||||||||||||||||||||||
WIR
WOLLTEN DIE KÖNIGIN DER ALPENPÄSSE
"PASSO DELLO STELVIO (2.758 m,
24,6 km, 1.844 Hm)", das Stilfser Joch bezwingen.Zum 15. Mal wurde der [Dreilaendergiro...] in Nauders ausgetragen. 2 Strecken A (Stilfserjoch: 168 km; 3.300 hm) und B (Ofenpass: 132 km; 2.200 hm) standen zur Auswahl. Enzo&Freund Uwe Hoppstädter entschieden sich -klaro- für die lange Version des Giros. Wenn schon, denn schon. Den Pass, den Du als Radrennfahrer mindestens 1x in Deinem Leben gefahren sein solltest, den wollten wir hinauf. Egal wie. Nauders (1.360 m, A) - Reschenpass(1.504 m) - Mals (I) - Prad (900 m) - hinauf auf den Pass der Pässe Stilfserjoch (2.758 m) - Umbrailpass (2.503 m, CH) - Santa Maria - Ofenpass (2.149 m) - Zernez (1.474 m) - Scuol (CH) - Martina (1.036 m, CH) - nochmal hoch auf die Norbertshöhe (1.475 m, A) - Nauders (1,360 m, A). Vom Südtiroler Vinschgau über den Passo dello Stelvio durch das Schweizerische Engadin zurück nach Nauders. Teilnehmerzahl auf der langen Strecke A: rd. 3.000. |
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Da wir beide uns zum allerersten Mal in die Alpenregion wagten,
wusste von uns keiner eigentlich so richtig, was da auf uns zukommt.
Vieles hatten wir gelesen, Bücherauszüge, Berichte von den
Pässen der Pässe im Radsport. Wir wollten den Passo dello
Stelvio hinauf, das Gefühl von 900 m hoch auf 2.758 m mit dem
Rennrad zu fahren, das wollten wir erleben. Und, um es vorneweg zu
nehmen, ein Wahnsinnsgefühl dort oben und beide sind wir richtig
stolz. Strecke
A: 168 km, 3.300 Höhenmeter
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Das
Stilfser Joch liegt im Herzen des gleichnamigen Nationalparks, eingeschlossen
von der Ortlergruppe und dem Münstertal (Schweiz). Von Osten
kommend durchfährt man das Trafoier Tal und gelangt Richtung
Bormio ins Valle del Braulio. Bei gutem Wetter erfreut den Radler
das Panorama von Ortler (3.905m) und Monte Scorluzzo (3.094m). Die Bormio-Seite wurde zum Giro d'Italia 2005 neu asphaltiert, die die Profis als Abfahrt benutzt haben. Der Giro nimmt das Stilfser Joch von der klassischen 48-Kehren-Seite, also aus Osten von Prad aus. Wir reisten freitagsabends, 22.06.07 an - spät kamen wir nach Nauders- doch wir hatten Zeit (550 km; rd. 6 Std. Fahrzeit). Es goss in Strömen und ich hatte mich schon gedanklich darauf eingerichtet, das Ding fährst Du bei dem Wetter nicht, Enzo lass die Finger weg. Uwe wollte mich aufbauen, war optimistisch, dass samstags, 23.06.07 das Wetter eh besser ist und sich diese Frage dann nicht stellen wird. Er hatte den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Wetter war bis zu unserer Abfahrt montags, 25.06.07 echt gutes Radwetter. Der Gasthof war eine gute Wohnstätte, wir wurden gut versorgt, der Gasthof Zum Löwen einschl. dem Ort Nauders beherbergte an diesem WoEnde fast nur Radrennfahrer des Giros. Samstags holten wir unsere Startunterlagen ab, mittags gings auf die Räder zu einer kurzen Runde. Wir trafen die Radsportfreunde vom Phönix Riegelsberg und radelten mit Ihnen einige Km. Relativ früh gingen wir in die Kiste, weil sonntags, 24.06.07 um 6:30 Uhr der Startschuss fiel. Für Uwe war es das erste große "Ding" dieser Art; ich versuchte ihm ein bisken die "Scheu" ;-)) zu nehmen. Wichtig ist bei so einem Rennen, dass Du DEIN DING fährst und auf Deinen Körper hörst und das hat er dann auch gemacht. Um 06:30 Uhr früh morgens am 24.06.07 gings dann mit über 3.000 genauso "Verrückten" ab auf den Weg zu dem Pass der Pässe. Uwe und ich wussten, dass jeder seinen Stiefel fahren wird und so hatten wir uns schnell aus den Augen verloren. Der erste Teil der Strecke hoch zum Reschenpass und dann wieder runter nach Prad (913 m) ging ratzfatz (Schnitt 39 km/h). In Prad unter dem Beifall einiger Zuschauer, dann durch den Ort ..... und auf einmal hielten sehr viele an, absolute Stille war, Massenpinkelpause, Striptease, die Frauen hattens halt ein wenig schwerer das richtige Örtchen zu finden. Wir waren in der Anfahrt zum Pass. Am Sulden-Bach entlang, hats 6-8%, die du kaum wahrnimmst. Ab Gomagoi (1267m) sind alle Kurven, Serpentinen (48!!!) abwärts nummeriert und teilweise mit Höhenangaben versehen, was einem die Orientierung erleichtert soll. Nur mittlerweile fehlen auch einige dazwischen - Souvenirs halt. Zitat aus verschieden Fahrberichten, die ich vorher gelesen hatte und mir -ehrlich- ein bisken Angst aber ne Menge Respekt einflößten, mich jedoch zu dem Entschluss führten, Enzo, da fährst du einmal hoch, das kannst du dir nicht entgehen lassen. "Kurz vor Prad ist es mit dem ständigen leichten Gefälle vorbei, ein leichter Anstieg führt uns ins Dorf, in dem wir rechts auf die Stilfserjoch-Straße einbiegen. Bis zur ersten Kehre, der Nummer 48 der Zählung, führt uns die Straße 10 km recht flach (na ja) am Bach entlang. Dann wird es ernst auf diesem Anstieg, der mit zu den härtesten und straßenbautechnisch überwältigendsten der Alpen zählt. Die ersten 24 Kehren verlaufen noch hauptsächlich im Wald, der aber licht genug ist für erste atemberaubende Blicke auf das zum Greifen nahe Ortlermassiv, das sich zur Linken erhebt. Bis Trafoi (1543 m) hielt sich das Kurvengeschlängel in Grenzen, doch ab dem Ortsausgang windet sich die Strasse unwiderstehlich gegen den Himmel. Bei Kurve Nr. 22 hast du den Ausblick auf den Ortler und die letzten 6 km zum Stilfser Joch: 22 Kehren führen durch eine scheinbar senkrechte Wand zur Passhöhe: ein unvergesslicher Anblick und eine unvergessliche Herausvorderung.Mit der Tornanti Nr. 22 an der Franzenshöhe (2188 m) beginnt der 6 km lange furchterregende Steilhang, an dessen Ende schon die Tibethütte sichtbar ist. Es gilt, eine scheinbar senkrechte Felswand zu bezwingen. Die restlichen Kehren ziehen sich schier endlos bis man an der Passhöhe angekommen ist. Zahlreiche Souvenirläden und Restaurants umgeben das Passschild.
Nach
3,5 Kilometern Abfahrt erreicht man die Abzweigung zum Umbrail-Pass
(2.503m), gleichzeitig die italienisch-schweizerische Grenze, die
in eine vegetationslose Hochgebirgslandschaft eingebettet ist. Stilfser
Joch - die Straße ist ein Muss für jeden Radfahrer. Sie
wird nicht umsonst als "Königin der Alpenpässe"
bezeichnet und von Radsportheroen wie Tony Rominger als Lieblingspass
genannt. Allein die atemberaubende Straßenbaukunst des Passes
ist für das Auge ein Hochgenuss sondersgleichen. Ganz zu schweigen
von der einmaligen Naturkulisse, die man im Trafoier Tal zu durchradeln
hat. Deswegen ist das Stilfser Joch auch in Christian Barths Top 10
- Liste der Alpenpässe ganz oben auf dem Thron zu finden, "so
wie es einer Königin gebührt". Um es vorneweg zu nehmen, mir ist der Stelvio nicht schwer gefallen. Wie an der Schnur ging Enzo da hoch-1:55 Std. habe ich dafür benötigt, zwischendurch auch noch viel Bilder fürs Familienalbum geschossen. Ich würde gerne mit Freunden nochmal da hoch, so könnten sie dieses Gefühl teilen. Viel unangenehmer war für mich die Abfahrt vom Joch über den Umbrail-Pass nach Santa Maria. Erstens gabs dürftige Verpflegung an einer Labestation in der Abfahrt, zahlreiche Autofahrer (vornehmlich Rentner mit der Mama;-)), die genau an diesem Tag dort ihren Sonntagsausflug machten, sie nervten uns ohne Ende und fast hätte es mich auch weggehauen, nur knapp bin ich in einer scharfen Linkskurve, wo der Depp von Autofahrer eine Vollbremsung hinlegte, einem schweren Sturz entgangen. Augen zu und zwischen zwei stehenden PKW durch, Glück gehabt. Nicht richtig verpflegt worden, kühl wars ausserdem in der Abfahrt auf der Schattenseite, die Muskulatur wurde kalt -vornehmlich mein eh lädierter unterer Rückenbereich und das sollte ich später richtig zu spüren bekommen. In der Hälfte zum Ofenpass (800 Hm) dachte ich, Enzo du kommst heute hier nicht mehr ins Ziel. Es ging mir richtig dreckig, so was kannte ich bislang überhaupt nicht. Ich hatte unsägliche Rückenschmerzen, die ich sogar bis in den Unterleib spürte. Ich quälte mich im Wiegetritt den Pass hoch. Dann vor mir das Chaos. Alles stand; kein Bus, Auto bzw. Motorrad kam mehr runter, keiner mehr hoch. Wir mussten alle absteigen und ein Teil weiter zu Fuß gehen. 100 m vor der Passhöhe stand das Vorkriegsexemplar eines VW-Busses (natoolivgrün), dessen ätzend stinkende qualmende Kupplung uns schon einige Zeit vorher durch ihren Gestank das Leben schwer machte. |
Jetzt
hatte der Bus die "Grätsche" gemacht. Auf dem Pass
traf ich Freund Peter Schwarz von den Riegelsbergern. den ersten
Teil nach dem Pass bin ich noch mit ihm, dann konnte ich nicht mehr
mit. Die Schmerzen wurden immer schlimmer. Ich konnte fast nicht mehr sitzen. Ein älterer österreichische Haudegen schloss sich mir an und wir kämpften uns durch. Ich biss auf die Zähne. In Zernez verpflegte ich mich dann in aller Ruhe, es war schön warm und ich merkte, dass ich mich besser fühlte. Dehnübungen, die Wärme und u.a. der leckere Kuchen in Zernez erweckten in mir wir die Geister. Die Schmerzen waren zwar immer noch heftig, es war aber erträglicher. Und ab ging die Post. Nachdem so um die 10 Lamborghini Countache mit einem Höllenlärm, nationalflaggenschwenkend (CH und D) und anfeuerndem Gehupe an uns vorbeigezogen, spürte ich, Enzo, das Ding schaffen wir doch noch. Ein Gruppetto von 100-120 Fahrern, die mit einer Höllengeschwindigkeit an uns vorbeirauschten, war meine Chance. Dranbleiben Enzo. Mit 45-50 km/h, die man gar nicht merkte, durchs Tal nach Scuol und in die Einfahrt zur Norbertshöhe, geiler Zug war das, hat echt Spaß gemacht und das kann Enzo, danke. Alle reckten die "Beckerfaust", waren glücklich, zufrieden, wir hatten es geschafft, das wars, nur noch rd. 400 Hm, 6 km langer Anstieg, den drücken wir weg und dann volles Rohr in die 4km-Abfahrt nach Nauders. Und die Norbertshöhe hoch hatte ich keine Probleme. Wieder wie an der Schnur zog ich dort hoch, kein Problem. Meine Beine waren während des ganzen Dreilaendergiro, wie schon bei der Nove Colli in allerbestem Zustand. Am nächsten Tag fuhren wir die Straße nach Hause. Na ja, heftig war sie schon, aber die Euphorie es geschafft zu haben, war größer als die Prozentzahlen der Steigungen.
Längste Auffahrt des Dreilaendergiro: |
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Hier Infos für Interessierte: |
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| Gasthof
Zum Löwen, Nauders (A): Älteres Gebäude. Sauber,
sehr gutes Frühstück sowie Abendessen bei HP. Sehr nette
Gastgeber. Empfehlenswert. |
Leistung
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Preis&Übernachtung
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Die
Leistungen sind im Gasthof zu zahlen. |
Halbpension
(mezza pensione) |
37 € | |||||||||||||||||||||||||||||